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<title>Hygrometer</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Hygrometer</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Das <b>Hygrometer</b> (von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Altgriechische_Sprache" title="Altgriechische Sprache">altgriechisch</a></span> <span lang="grc-Grek" class="Grek" style="font-style:normal">ὑγρός</span> <i>hygrós</i> ‚feucht‘, ‚nass‘ und <span lang="grc-Grek" class="Grek">μέτρον</span> <i>métron</i> ‚<a href="Ma%C3%9Feinheit" title="Maßeinheit">Maß</a>‘, ‚Maßstab‘) ist ein <a href="Messinstrument" class="mw-redirect" title="Messinstrument">Messinstrument</a> zur Bestimmung der <a href="Luftfeuchtigkeit#Relative_Luftfeuchtigkeit" title="Luftfeuchtigkeit">relativen Luftfeuchtigkeit</a>. Mit der <a href="Lufttemperatur" title="Lufttemperatur">Lufttemperatur</a> kann man aus der Luftfeuchtigkeit den <a href="Wasserdampfgehalt" class="mw-redirect" title="Wasserdampfgehalt">Wasserdampfgehalt</a> der <a href="Luft" title="Luft">Luft</a> bestimmen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Messgeräte_und_Messverfahren"><span id="Messger.C3.A4te_und_Messverfahren"></span>Messgeräte und Messverfahren</h2></div>
<p>Hygrometer werden zur Messung der <a href="Luftfeuchtigkeit" title="Luftfeuchtigkeit">Luftfeuchtigkeit</a> eingesetzt. Je nach Geräteausführung lassen sich dabei die verschiedenen <a href="Luftfeuchtigkeit" title="Luftfeuchtigkeit">Feuchtemaße</a> bestimmen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Absorptionshygrometer">Absorptionshygrometer</h3></div>
<p>Absorptionshygrometer enthalten ein <a href="Hygroskopisch" class="mw-redirect" title="Hygroskopisch">hygroskopisches</a> (wasseranziehendes) Material, dessen Eigenschaften sich durch die Feuchtigkeit ändern. Am bekanntesten ist das <a href="Haarhygrometer" title="Haarhygrometer">Haarhygrometer</a>. Es enthält ein meist menschliches <a href="Haar" title="Haar">Haar</a>, das sich bei zunehmender Feuchtigkeit ausdehnt. Der Längenunterschied zwischen völlig trockener Luft (0 % <a href="Luftfeuchtigkeit#Relative_Luftfeuchtigkeit" title="Luftfeuchtigkeit">relative Luftfeuchte</a> (rF)) und gesättigter Luft (100 % rF) beträgt dabei etwa 2,5 %. Früher kamen dabei verschiedene Naturhaare von Menschen, Schafen oder Pferden zur Anwendung, heute werden nur noch menschliche Haare und <a href="Kunstfaser" class="mw-redirect" title="Kunstfaser">Kunstfasern</a> (Synthetikfasern) eingesetzt. Die traditionellen <a href="Wetterh%C3%A4uschen_(Hygrometer)" title="Wetterhäuschen (Hygrometer)">Wetterhäuschen</a> sind im Prinzip ebenso Haarhygrometer.
</p><p>Bei preiswerten Hygrometern werden zum Teil auch mit Kunststoffen beschichtete, aufgerollte Metallstreifen verwendet, die ebenfalls mit einer Längenausdehnung reagieren (ähnlich <a href="Bimetallthermometer" title="Bimetallthermometer">Bimetallthermometern</a>). Diese so genannten <b>Spiralhygrometer</b> sind jedoch meist nicht so präzise wie Haarhygrometer.
</p><p>Eine andere Möglichkeit ist die Messung der Gewichtszunahme eines Materials bei der Einlagerung von Wasser.
</p><p>Moderne elektronische Absorptionshygrometer dagegen basieren auf der Veränderung der elektrischen Eigenschaften eines Sensors:
</p>
<ul><li>Kapazitive Sensoren: Dieser Sensortyp nutzt eine hygroskopische Schicht als <a href="Dielektrikum" title="Dielektrikum">Dielektrikum</a> zwischen den beiden Elektroden eines <a href="Kondensator_(Elektrotechnik)" title="Kondensator (Elektrotechnik)">Kondensators</a>. Durch die Absorption von Feuchte im Dielektrikum ändern sich dessen Eigenschaften und in Folge die <a href="Elektrische_Kapazit%C3%A4t" title="Elektrische Kapazität">elektrische Kapazität</a> des Sensors. Als Dielektrikum kommen unter anderem alle <a href="Nichtleiter" title="Nichtleiter">Nichtleiter</a> (schwach- oder nichtleitende, nichtmetallische Substanzen) mit hygroskopischen Eigenschaften in Betracht (Kunststoff-<a href="Polymer" title="Polymer">Polymere</a>, keramische Werkstoffe usw.). Der kapazitive Feuchtesensor wurde Anfang der 70er Jahre in erfunden und zum Patent angemeldet.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Impedanzsensoren (auch Resistive Hygrometer): Dieser Sensortyp nutzt eine hygroskopische Schicht zwischen zwei Gleichstrom-Elektroden, deren <a href="Elektrischer_Widerstand" title="Elektrischer Widerstand">ohmscher Widerstand</a> sich durch die Absorption von Feuchte ändert. Beispielsweise kommen hierfür Aluminiumoxid oder auch hygroskopische Kunststoff-<a href="Polymer" title="Polymer">Polymere</a> zum Einsatz. Eine Besonderheit sind Impedanzsensoren, die den <a href="Wechselstromwiderstand" class="mw-redirect" title="Wechselstromwiderstand">Wechselstromwiderstand</a> bestimmen. Solche Sensoren messen sowohl die Änderung des <a href="Elektrischer_Widerstand#Ohmscher_Widerstand" title="Elektrischer Widerstand">Ohmschen Widerstandes</a> eines schwachleitenden hygroskopischen Materials als auch dessen kapazitive und induktive Eigenschaften.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Psychrometer">Psychrometer</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Psychrometer" title="Psychrometer">Psychrometer</a></i></div>
<p>Psychrometer bestehen aus zwei gleichartigen Thermometern, wobei das Quecksilbergefäß bzw. der <a href="Temperatursensor" title="Temperatursensor">Temperatursensor</a> des einen mit einem kontinuierlich befeuchteten Mullstrumpf überzogen ist. Dem <i>feuchten</i> Thermometer wird durch Verdunstung Wärme entzogen, und es zeigt infolgedessen eine niedrigere Temperatur als das <i>trockene</i> Thermometer an. Die Temperaturdifferenz zwischen beiden Thermometern ist ein Maß für die relative Feuchte. Mithilfe der Sprung’schen Formel lassen sich damit alle relevanten <a href="Luftfeuchtigkeit" title="Luftfeuchtigkeit">Feuchte-Maße</a> berechnen. Anhand grafischer Psychrometertafeln lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit auch direkt ohne Rechnung vor Ort bestimmen.
In der Regel unterscheidet man zwischen mechanisch arbeitenden (<a href="Aspirationspsychrometer" class="mw-redirect" title="Aspirationspsychrometer">Aspirationspsychrometer</a>, <a href="Schleuderpsychrometer" class="mw-redirect" title="Schleuderpsychrometer">Schleuderpsychrometer</a>) und elektronischen Geräten. Die theoretische Grundlage für das Gerät liefert die Mischungstheorie nach Dr. Sonntag. Dabei wird davon ausgegangen, dass beide Thermometer kontinuierlich mit ca. 3 m/s belüftet werden. Wenige Psychrometer arbeiten auch heute noch nach der Diffusionstheorie, die voraussetzt, dass am Thermometergefäß keine Belüftung stattfindet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Taupunktspiegelhygrometer">Taupunktspiegelhygrometer</h3></div>
<p>Die Bestimmung des <a href="Taupunkt" title="Taupunkt">Taupunkts</a> ist ein fundamentales, vergleichsweise leicht verständliches und präzises Messverfahren. Es wird heute als das präziseste Verfahren zur Definition der nationalen Feuchtestandards eingesetzt. Bei dem <a href="Taupunktspiegelhygrometer" title="Taupunktspiegelhygrometer">Taupunktspiegelhygrometer</a> wird ein Spiegel so weit abgekühlt, bis sich die Luftfeuchtigkeit auf ihm niederschlägt. Mit einer Lichtquelle und einem <a href="Optoelektronischer_Sensor" class="mw-redirect" title="Optoelektronischer Sensor">Photosensor</a> wird der Moment der <a href="Kondensation" title="Kondensation">Kondensation</a> bestimmt. Der Taupunkt versteht sich immer als Wertepaar aus Taupunkt-Temperatur und zugehörigem Druck (Druck der zum Messzeitpunkt herrschte), daher lässt sich der Taupunkt ohne Weiteres einfach in absolute Feuchte umrechnen. Lediglich zur Umrechnung in relative Feuchtewerte benötigt man zusätzlich noch die Temperatur der Probe zum Zeitpunkt der Taupunktmessung.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Weitere_Verfahren">Weitere Verfahren</h3></div>
<ul><li>Bei <b>chemischen Hygrometern</b> ändern sich Eigenschaften eines Materials aufgrund der chemischen Reaktion mit Wasser, zum Beispiel in Form von Farbänderungen, die auf Teststreifen abgelesen werden können. Im Trocknungsmittel Silikagel wird/wurde Kobalt(II)-chlorid als <a href="Indikator_(Chemie)#Feuchtigkeitsindikatoren" title="Indikator (Chemie)">Feuchtigkeitsindikator</a> verwendet: Blau = getrocknet, hellrosa = feucht.</li></ul>
<ul><li><b>Coulometrisches Hygrometer</b> Als <a href="Coulometrischer_Feuchtesensor" title="Coulometrischer Feuchtesensor">coulometrischen Feuchtesensor</a> bezeichnet man einen Feuchtesensor, der den <a href="Wasserdampf" title="Wasserdampf">Wasserdampfgehalt</a> der <a href="Luft" title="Luft">Luft</a> (<a href="Luftfeuchtigkeit" title="Luftfeuchtigkeit">Luftfeuchtigkeit</a>) in sehr geringer Konzentration (<a href="Spurenfeuchte" class="mw-redirect" title="Spurenfeuchte">Spurenfeuchte</a>) misst. Die Messung basiert auf der Eigenschaft von <a href="Diphosphorpentoxid" class="mw-redirect" title="Diphosphorpentoxid">Diphosphorpentoxid</a>, den in der Umgebung enthaltenen Wasserdampf zu absorbieren.</li></ul>
<ul><li><b>Optische Hygrometer</b> bestimmen die Luftfeuchte durch die Messung der <a href="Absorption_(Physik)" title="Absorption (Physik)">Absorption</a> von Licht mit einer bestimmten, für Wasserdampf charakteristischen <a href="Wellenl%C3%A4nge" title="Wellenlänge">Wellenlänge</a> oder durch Messung der Änderung des <a href="Brechungsindex" title="Brechungsindex">Brechungsindex</a>.</li></ul>
<p>Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten, die Luftfeuchtigkeit zu bestimmen, die aber vergleichsweise selten angewendet werden, beispielsweise das <i>Resistive Verfahren</i> (Bestimmung der <a href="Impedanz" class="mw-redirect" title="Impedanz">Impedanz</a> des Wechselstromwiderstandes eines hygroskopischen Elementes), das <i><a href="Lithiumchlorid" title="Lithiumchlorid">Lithiumchlorid</a>-Taupunkthygrometer</i> (Messverfahren, das auf der hygroskopischen Eigenschaft des Lithiumchlorids beruht) oder die Messung der <i>Neutronenbremsung</i> (Neutronen werden beim Auftreffen auf Wasserstoffkerne langsamer). Alle Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile, das optimale Hygrometer für alle Anwendungen gibt es nicht.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Coulometrischer_Feuchtesensor" title="Coulometrischer Feuchtesensor">Coulometrischer Feuchtesensor</a> und <a href="Hygrograph" title="Hygrograph">Hygrograph</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bodenfeuchte">Bodenfeuchte</h3></div>
<p>Zur Bestimmung der <a href="Bodenfeuchte" title="Bodenfeuchte">Bodenfeuchte</a> kommen besondere Verfahren zum Einsatz. Eine besondere Problematik dieser Bestimmung resultiert aus dem Gehalt des Bodens an verschiedenen Salzen, welche die meisten Messverfahren beeinträchtigen können und häufig auch korrosiv auf Sensoren wirken.
</p>
<ul><li>Ein <a href="Kapazitiver_Sensor#Feuchtigkeitsmesser" title="Kapazitiver Sensor">kapazitiver <i>Feuchtigkeitsmesser</i></a> wird in den Boden gesteckt und misst berührungslos den Wassergehalt. Messprinzip ist der sehr große Unterschied der <a href="Permittivit%C3%A4t" title="Permittivität">Dielektrizitätszahl</a> ε<sub>r</sub> von Erde und Wasser.</li></ul>
<ul><li><i>Tensiometer</i> beinhalten eine poröse keramische Zelle, welche luftdicht an ein mit Wasser gefülltes Rohr angeschlossen ist. Diese Zelle wird in den Boden eingebracht, wodurch das vom Boden aus der Zelle gesaugte Wasser im befüllten Rohr einen Unterdruck erzeugt. Dieser Unterdruck steht in direkter Relation zum Bodenwassergehalt.</li></ul>
<ul><li><i>Time Domain Transmission Sensoren (TDT)</i> arbeiten auf Basis elektrischer Felder. Beim TDT Prinzip wird ein elektrischer Impuls durch eine in den Sensor eingebettete Leitung ausgesendet. Das daraus entstehende elektrische Feld lässt Rückschlüsse auf die Feuchtigkeit des Bodens zu.</li></ul>
<ul><li><i>Thermische Bestimmung</i>, bei diesem Messverfahren wird ein hygroskopischer Körper (z. B. aus <a href="Tongut" title="Tongut">Ton</a>) im Boden platziert. Nach einiger Zeit entspricht der Feuchtegehalt des Messkörpers dem des Bodens. Nun wird der Körper erhitzt, dabei wird die Zeitdauer gemessen, die gebraucht wird um den Körper per Glühdraht um beispielsweise um 5 °C zu erhitzen. Diese Zeitdauer steht in direkter Relation zum Feuchtegehalt des Messkörpers und somit zum Bodenwassergehalt. Alternativ zum Glühdraht kann auch mit <a href="Peltier-Element" title="Peltier-Element">Peltier-Elementen</a> oder <a href="Mikrowellen" title="Mikrowellen">Mikrowellen</a> gearbeitet werden.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Justier-_und_Kalibrierverfahren">Justier- und Kalibrierverfahren</h3></div>
<p>Das <a href="Kalibrieren" class="mw-redirect" title="Kalibrieren">Kalibrieren</a> und das <a href="Justieren" class="mw-redirect" title="Justieren">Justieren</a> sind ähnliche, aber nicht identische Vorgänge. Ziel des Justierens ist es eine Geräteeinstellung mit minimalem Anzeigefehler zu erhalten. Über Abweichungen der Messergebnisse (Soll- zu Ist-Wert) sagt eine Justage allerdings nichts aus, das ist Aufgabe der Kalibrierung. Ziel des Kalibrierens ist die Erstellung eines Protokolls (Kalibrierschein oder Kalibrierzertifikat), in diesem Protokoll wird die Anzeigeabweichung zu einem Normal höherer Ordnung (Soll- zu Ist-Wert) dokumentiert – am Gerät werden beim Kalibrieren keine Veränderungen (oder Justierungen) durchgeführt, siehe hierzu <a href="Kalibrieren#Kalibrieren_im_Vergleich_zu_Justieren" class="mw-redirect" title="Kalibrieren">Kalibrieren im Vergleich zu Justieren</a>
</p>
<ul><li>Eine klassische <a href="Justierung" title="Justierung">Justierungsmöglichkeit</a> eines Hygrometers ist die Kochsalz-Methode: Man stellt dazu eine kleine Schüssel feuchtes Kochsalz in ein luftdicht abgeschlossenes Gefäß und legt das Hygrometer neben die Schüssel mit dem Salz. Nach ca. acht Stunden stellt sich ein Luftfeuchte-Gleichgewicht von 75 % ein. Auf diesen Wert kann das Gerät dann <a href="Justierung" title="Justierung">justiert</a> werden.</li></ul>
<ul><li>Eine weitere Möglichkeit zur <a href="Justierung" title="Justierung">Justierung</a> eines Hygrometers besteht darin, dass man in ein verschließbares, durchsichtiges Gefäß (z. B. eine Frischhaltedose mit Deckel) etwas Wasser gibt und das Hygrometer auf einer kleinen Erhöhung (damit es nicht nass wird) in das Gefäß stellt, letzteres verschließt und einige Stunden wartet, bis das Wasser an den Gefäßwänden kondensiert. Beschleunigen lässt sich dies, indem man das Gefäß in die Sonne stellt und danach (wichtig!) wieder für einige Zeit in den Schatten. Man wartet also, bis die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Nun entnimmt man zügig das Hygrometer und stellt es auf 100 % ein. Um die Einstellung nochmal abschließend zu überprüfen, benutzt man statt Wasser nun reines <i>wasserfreies</i> <a href="Glycerin" title="Glycerin">Glycerin</a> (evtl. auch andere hygroskopische Stoffe). Dieses gibt man samt Hygrometer (erhöht) in das gleiche, trockene Gefäß (ohne Wasser), verschließt es und wartet wieder ein paar Stunden. Das Hygrometer sollte dann 0 % anzeigen.</li></ul>
<ul><li>Die exakte <a href="Kalibrieren" class="mw-redirect" title="Kalibrieren">Kalibrierung</a> erfolgt über den <a href="Taupunkt" title="Taupunkt">Taupunkt</a>, die genauesten Feuchtemessungen werden mit <a href="Taupunktspiegelhygrometer" title="Taupunktspiegelhygrometer">Taupunktspiegelhygrometern</a> durchgeführt. Daher erfolgen präzise Kalibrierungen durch den Vergleich mit taupunktspiegelbasierten Messaufbauten der Nationalen Physikalisch-Technischen Anstalten wie z. B. <a href="Physikalisch-Technische_Bundesanstalt" title="Physikalisch-Technische Bundesanstalt">Physikalisch-Technische Bundesanstalt</a>, <a href="National_Physical_Laboratory" title="National Physical Laboratory">National Physical Laboratory</a> bzw. deren Kalibrierlabors <a href="Deutscher_Kalibrierdienst" title="Deutscher Kalibrierdienst">Deutscher Kalibrierdienst</a> oder <a href="United_Kingdom_Accreditation_Service" title="United Kingdom Accreditation Service">United Kingdom Accreditation Service</a>.</li></ul>
<ul><li>Die industriell eingesetzten Feuchtefühler werden mit Hilfe von Feuchtestandards (Feuchte-Eichnormalen) kalibriert. Das sind gesättigte Salzlösungen, die in einem kleinen luftdichten Behälter eine für das Salz spezifische Gleichgewichtsfeuchte erzeugen. Der Behälter wird mit luftdichten Durchführungen passend zu den jeweiligen Feuchtefühlern hergestellt. Verschiedene Salze ermöglichen die Herstellung von Referenz-Feuchten über den gesamten Bereich von 0 % rF bis 100 % rF. Diese Feuchtestandards werden auch mit Zertifikaten geliefert, die eine bestimmte Genauigkeit garantieren. Bei sorgfältiger Arbeit werden Genauigkeiten von ± 1%rF bis ± 2 % rF erreicht.</li>
<li>Für die serienmäßige Kalibrierung einer großen Anzahl von Feuchtefühlern gibt es elektronische Feuchtegeneratoren<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Sie erzeugen in einer kleinen luftdichten Kammer die am Bedienfeld eingestellte Feuchte. Mit Hilfe von luftdichten Durchführungen werden die Feuchtefühler in die Kammer gesteckt und können dann auf den vorgegebenen Feuchtewert einjustiert werden.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Die_Regeneration">Die Regeneration</h4></div>
<p>Zu den üblichen Wartungs- und Justierarbeiten bei <a href="Haarhygrometer" title="Haarhygrometer">Haarhygrometern</a> gehört die <b>Regeneration</b>. Da diese Hygrometer auf Naturfasern beruhen, die durch zu langes Austrocknen ihre Funktion verlieren können, wirkt man diesem Effekt durch eine gelegentliche Regeneration entgegen. Bereits inaktiv gewordene Instrumente können so wieder reaktiviert werden. Dazu wird das Gerät etwa eine Stunde lang in ein feuchtes Tuch gehüllt oder aber das Messelement, falls direkt zugänglich, mit destilliertem Wasser befeuchtet. Danach sollte das Gerät etwa 94–98 % relative Feuchte anzeigen. Falls dieser Wert nicht angezeigt wird, muss auf diesen Wert justiert werden. Hierzu besitzen Haarhygrometer eine Einstellschraube, die eine Justierung ermöglicht.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anwendungen">Anwendungen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Architektur_und_Bauwesen">Architektur und Bauwesen</h3></div>
<p>Im Bau-Bereich werden zur Feuchtebestimmung verschiedene Methoden eingesetzt, um die Feuchtigkeit der Bausubstanz zu prüfen:
</p>
<ul><li>Preisgünstige Geräte zur <b>Widerstandsmessung</b> haben zwei Spitzen, die in das zu prüfende Gut (Wand) eingestochen werden. Hier hängt der Wert teilweise davon ab, mit welcher Kraft die Spitzen eingedrückt werden.</li>
<li><b>Kapazitive Sensoren</b> messen über die Kapazität eines Kondensators die Feuchte der Wand. Die Geräte haben in der Regel eine Eindringtiefe von 4–5 cm. Die gemessenen Werte hängen vom Material ab, so dass die Interpretation der Werte die Kenntnis der Bausubstanz erfordert. So führt beispielsweise auch ein leeres Kunststoffrohr im Erfassungsbereich zur Änderung der gemessenen Kapazität.</li></ul>
<p>Neben der Ortung von eindringender oder austretender Feuchtigkeit werden solche Messungen beispielsweise herangezogen, um den Trocknungsgrad von Estrich für folgende Arbeiten festzustellen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Bereits im Mittelalter wurden unterschiedliche Verfahren zur Messung genutzt, die allerdings nur unzureichende Ergebnisse lieferten. Noch heute werden in Südfrankreich die <a href="Bl%C3%BCtenstand" title="Blütenstand">Blütenstände</a> getrockneter <a href="Korbbl%C3%BCtler" title="Korbblütler">Korbblütler</a> (Asteraceae), wie beispielsweise die <a href="Akanthusbl%C3%A4ttrige_Eberwurz" title="Akanthusblättrige Eberwurz">Akanthusblättrige Eberwurz</a>, zur Vorhersage von regnerischem Wetter genutzt. Eine Erläuterung findet sich im Artikel <a href="Silberdistel#Die_Wetterdistel" title="Silberdistel">Silberdistel</a>.
</p><p>Das erste Haarhygrometer wurde 1783 von <a href="Horace-B%C3%A9n%C3%A9dict_de_Saussure" class="mw-redirect" title="Horace-Bénédict de Saussure">Horace-Bénédict de Saussure</a> demonstriert. Er benutzte dazu ein blondes Frauenhaar. Um 1820 gelang <a href="John_Frederic_Daniell" title="John Frederic Daniell">John Frederic Daniell</a> die Messung der Luftfeuchtigkeit über den <a href="Taupunkt" title="Taupunkt">Taupunkt</a>, 1877 erhielt der Astronom <a href="Wilhelm_Klinkerfues" title="Wilhelm Klinkerfues">Wilhelm Klinkerfues</a> ein Patent für ein Bifilar-Hygrometer mit zwei parallel gespannten Menschenhaaren, 1887 konstruierte <a href="Richard_A%C3%9Fmann_(Meteorologe)" title="Richard Aßmann (Meteorologe)">Richard Aßmann</a> das erste <a href="Psychrometer" title="Psychrometer">Psychrometer</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Hygrometer" class="extiw external" title="wikt:Hygrometer">Wiktionary: Hygrometer</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Measuring_instruments_(humidity)?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Hygrometer</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Patent <a rel="nofollow" class="external text" href="https://worldwide.espacenet.com/publicationDetails/biblio?locale=de_EP&CC=US&NR=4164868A&FT=D&KC=A">US4164868A</a>: <i>Capacitive humidity transducer.</i> Angemeldet am <span style="white-space:nowrap;">22. Juli 1975</span>, veröffentlicht am <span style="white-space:nowrap;">21. August 1979</span>, Anmelder: Vaisala Oy, Erfinder: Tuomo S. Santola.</span><span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Apatent&rft_id=US4164868A&rft.applcc=US&rft.title=Capacitive+humidity+transducer&rft.inventor=Tuomo+S.+Santola&rft.assignee=Vaisala+Oy&rft.appldate=1975-07-22&rft.pubdate=1979-08-21"></span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.rotronic.com/de-ch/hygrogen2-s.html">Beispiel Feuchtegenerator</a>, abgerufen am 28. Februar 2012</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Weber: <cite style="font-style:italic">Technische Feuchtemessung: in Gasen und Festkörpern</cite>. Vulkan-Verlag, Essen 2002.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Hygrometer&rft.au=Dieter+Weber&rft.btitle=Technische+Feuchtemessung%3A+in+Gasen+und+Festk%C3%B6rpern&rft.date=2002&rft.genre=book&rft.place=Essen&rft.pub=Vulkan-Verlag" style="display:none"> </span></span>
</li>
</ol>
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Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4120468-2">4120468-2</a></span> </div>
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